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Merzig (Saar)

1. Kommune im Überblick

Stadt- und Siedlungsstruktur

Logo der Stadt Merzig: Grafik eines farbigen Handabdrucks und der Schriftzug "Stadt der Vielfalt Merzig"Merzig ist Kreisstadt des Landkreises Merzig-Wadern im Saarland. Sie liegt im Dreiländereck Deutschland, Luxemburg und Frankreich und erstreckt sich entlang der Saar über eine Fläche von 108,81 km². Die rund 30.000 Einwohner Merzigs verteilen sich auf 17 Stadtteile, die durch reichlich Wald, Park- und Grünflächen, sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen gekennzeichnet sind. So gilt Merzig mit einem Grünflächenanteil von mehr als 80 Prozent als „grüne“ Stadt. Merzig verfügt über einige touristische Attraktionen, wie den Wolfspark Werner Freund.

Merzig ist mit seiner Lage zu den Großstädten Saarbrücken und Trier (jeweils 50 Kilometer entfernt) in ein übergeordnetes Städtenetz eingebunden und über die Bundesautobahn 8, eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen in Mitteleuropa, gut an das internationale Straßennetz angebunden. Die Bundesstraße 51, die zwischen Bremen und Saargemünd verläuft, komplettiert die gute Verkehrsanbindung Merzigs. Merzig verfügt über drei Bahnhöfe und liegt an der Saarstrecke. So können die Städte Saarbrücken, Homburg und Trier im 30-minütigen Takt erreicht werden.   

Bevölkerungs- und Sozialstruktur

Merzig hat 29.812 Einwohner*innen (Stand 2016) und zählt laut Wegweiser Kommune der Bertelsmann Stiftung zum Demografietyp 5 Städte und Gemeinden in strukturschwachen ländlichen Räumen. Diese sind vergleichsweise dünn besiedelt, die Einwohnerzahl stagniert und das Wirtschaftswachstum ist relativ gering.

Seit 2011 ist die Bevölkerung in Merzig nahezu gleich geblieben (+0,3 Prozent), auch für die Zukunft wird eine weitgehend stabile Bevölkerungsentwicklung erwartet. Hinsichtlich der zukünftigen Altersstruktur der Stadt wird lediglich für die Personengruppen „65-79 Jahre“ und „80+“ eine positive relative Entwicklung von plus 40 Prozent bis 2030 angenommen. Alle anderen Personengruppen schrumpfen in unterschiedlichem Maße. Am stärksten betroffen ist die Gruppe der 19- bis 24-jährigen mit rund -30 Prozent (Wegweiser Kommune, Bertelsmann Stiftung).

Der Ausländeranteil in Merzig ist seit  einigen Jahren stark gestiegen. Lag der Ausländeranteil im Jahr 2000 noch bei 4,1 Prozent, so lag er 2010 schon bei 6,2%. Aktuell liegt der Ausländeranteil bei 10,5 Prozent (Stand 2018), was mehr als eine Verdopplung im Vergleich zum Jahr 2000 bedeutet.

Die zwei größten Gruppen stammen aus der Türkei und aus Italien. Eine weitere große Gruppe stellen Spätaussiedler dar.

Der Anteil der Transferleistungsbezieher ist seit 2014 leicht gestiegen. Auch die Kinderarmut nahm seit 2014 um rund 2 Prozent zu und beziffert sich derzeit auf 15,4 Prozent (Stand 2016).

Foto: ein Weinberg, auf dessen Anhöhe eine kleine Kirche steht.
Weinfest Merzig (Kreuzberkapelle), Foto: Tina Leistenschneider

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Merzig als Kreisstadt ist Sitz der Landkreisverwaltung Merzig-Wadern und erfüllt mit zahlreichen öffentlichen und privaten Einrichtungen in den Bereichen Dienstleistung, Schule und Verwaltung seine Funktion als Mittelzentrum.

Die Mehrzahl der Beschäftigten in Merzig ist im Dienstleistungsbereich tätig. Weiter nennenswert sind die Branchen Handel und Verkehr, sowie Landwirtschaft. Merzig gilt als Baumschulzentrum des Südwestens. In jüngster Zeit konnten z.B. mit der Firma kohlpharma GmbH auch bedeutende Ansiedlungserfolge auf dem Gebiet des Pharma- und Medizintechnikhandels erzielt werden. kohlpharma  GmbH ist der größte deutsche Arzneimittelimporteur und hat seinen Firmensitz in Merzig, wo er neben dem Porzellanhersteller Villeroy & Boch und dem SHG-Klinikum zu den größten Arbeitgebern der Stadt zählt. 

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Merzig-Wadern beträgt derzeit 4,1 Prozent (Stand Dezember 2018) und ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichgeblieben (-0,2 Prozent).

Wohnen und Infrastruktur

Die Anzahl der Wohneinheiten in Merzig beträgt 13.901 (Stand 2011) und ist seit der Jahrtausendwende um 7,4 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Mietpreis für Wohnungen beträgt 6,52 Euro pro Quadratmeter (Stand Dezember 2018), und ist seit 2014 um 14,7 Prozent gestiegen.

In Merzig gibt es eine Vielzahl an infrastrukturellen Einrichtungen. Hierzu zählen unter anderem:

  • das Wertstoffzentrum im Bereich der Abfallwirtschaft.
  • das SHG-Klinikum als einer der größten Arbeitgeber der Stadt.
  • mehrere Kindertageseinrichtungen, Grund-, Förder- und weiterführende Schulen.
  • Einrichtungen zur Erwachsenenbildung, wie die Volkshochschule oder die christliche/katholische Erwachsenenbildung.

Foto: Drei Kinder streicheln eine Ziege in einem Streichelzoo
Tierpark, Foto: Harald Hartusch

2. Kommunale Integrationspolitik

Integrationspolitische Strategien und Konzepte

Merzig hat seit 2012 ein Integrationskonzept, das ein friedliches Zusammenleben aller Bewohner*innen der Stadt unterstützen soll. Für die Umsetzung der Maßnahmen, die im Integrationskonzept festgelegt werden, ist eine Integrationsbeauftragte zuständig. Zudem unterstützt die Integrationsbeauftragte die Arbeit des Zuwanderungs- und Migrationsbeirats (siehe Akteure und Netzwerke).

Verschiedene Migrationsdienste begleiten und unterstützen den Integrationsprozess von Migrant*innen in die Stadtgesellschaft.

Projekte und Maßnahmen

Jährlich finden unterschiedliche Veranstaltungen statt, die eine Willkommenskultur in Merzig fördern sollen. Beispiele hierfür sind die Interkulturelle Woche oder die Nacht der Kulturen.

Zudem wurde die Kreisstadt Merzig als eine von bundesweit 13 Pilotkommunen für das Projekt „Angekommen – und nun?“ ausgewählt, dass von der Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit dem IQ Landesnetzwerk Saarland durchgeführt wurde. In dem rund einjährigen Prozess wurde eine zentrale Anlaufstelle mit Lotsenfunktion im Rathaus geschaffen sowie gemeinsam mit der Jean-François-Boch-Schule eine Förderkonferenz ins Leben gerufen, um den Übergang zwischen Schule und Beruf besser zu gestalten.

Das Projekt fand seinen offiziellen Abschluss im Rahmen der Fachmesse und dritten Merziger „IMMIGRA“ am 30. November 2017 (www.immigra.de). Die „IMMIGRA“ ist ein Veranstaltungskonzept, das von der Landeshauptstadt Saarbrücken (Zuwanderungs- und Integrationsbüro) und der Forschungs- und Transferstelle Gesellschaftliche Integration und Migration GIM (FITT gGmbH) im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ (IQ) gemeinsam entwickelt und bereits mehrfach durchgeführt wurde.

Akteure und Netzwerke

Seit 2012 gibt es in Merzig den Zuwanderungs- und Migrationsbeirat. Dieser soll die Lebensverhältnisse der Zuwanderer*innen verbessern, zwischenmenschliche Beziehungen zwischen Einheimischen und Migrant*innen fördern, sowie den Dialog zwischen den Kulturen voranbringen.

Merzig ist sehr aktiv im IQ Landesnetzwerk Saarland. Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern.

In Merzig engagieren sich zahlreiche Bürger*innen in über 250 Sport-, Sozial- und Kulturvereinen. Vielfältige soziale Einrichtungen, wie beispielsweise der Jugendmigrationsdienst Merzig oder das Jugendhaus Merzig, machen Merzig zu einer „Stadt mit mehr Möglichkeiten“ (Selbstbeschreibung) für u,a. Zugewanderte, Senior*innen, Familien und Jugendliche und wirken fördernd für den sozialen Zusammenhalt.

Steckbrief
Bundesland
Saarland
Landkreis
Landkreis Merzig-Wadern
Internetadresse
Einwohnerzahl
30 000