Sie sind hier

Weißenfels an der Saale

1. Kommune im Überblick

Stadt- und Siedlungsstruktur

Wappen von Weißenfels: eine stilisierte Stadtmauer aus weißem Stein flnakiert von 2 weißen Türmen mit roter Spitze, zwischen den Türmen ein schwarzer Löwe auf gelbem Grund.Weißenfels an der Saale liegt im Dreiländereck von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Stadt, zu der auch zwölf eingemeindete Ortschaften zählen, ist Mittelzentrum und dem Burgenlandkreis angehörig. Die knapp 114 km² Stadtgebiet werden durch die Saale und einige Landwirtschafts- und Parkflächen geprägt. Weißenfels liegt zentral nahe der Großstädte Halle und Leipzig und hat gute Verkehrsanbindungen, wie die Autobahnen 38 und 9, sowie den Flughafen Leipzig/Halle, der in 30 Minuten erreichbar ist.

An zahlreichen Bauten, wie beispielsweise dem Schloss Neu-Augustusburg lässt sich die Geschichtsträchtigkeit der einstigen barocken Residenzstadt und Zentrum deutscher Kulturgeschichte, auch heute noch ablesen.

Mit Unterstützung entsprechender Förderprogramme wurden vielfältige Anstrengungen zur städtebaulichen Weiterentwicklung unternommen. So beispielsweise mit den „städtebaulichen Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen“ (ab 1993), Urban 21, IBA Stadtumbau (2010) oder Soziale Stadt (ab 2011).

Bevölkerungs- und Sozialstruktur

Weißenfels ist mit 41.521 (Stand 31.12.2016) Einwohner*innen die bevölkerungsreichste Stadt im Burgenlandkreis. Zwischen 1991 und 2006 betrug der Bevölkerungsrückgang in Weißenfels jedoch 18,5 Prozent. Mit der Ansiedlung großer Lebensmittelbetriebe ging ein verstärkter Zuzug von Zuwanderern aus Osteuropa einher. Diese Entwicklung leitete eine Stabilisierung ein und mildert den Abwanderungstrend. Dennoch wird bis 2030 mit einer Schrumpfung der Bevölkerung um minus 13,3% gerechnet (Wegweiser Kommune, Bertelsmann Stiftung). Die prognostische Entwicklung der Altersstruktur der Stadt zeigt ein differenziertes Bild: So soll die Personengruppe der über 80-jährigen relativ gesehen mit 19,6 Prozent am stärksten steigen. Dicht dahinter stehen die 16- bis 18- jährigen mit einer relativen Zunahme von 18 Prozent bis 2030. Auch die Personengruppe der 65- bis 79-jährigen kann ein leichtes Wachstum (+4,5 Prozent) verzeichnen. Allen anderen Personengruppen wird eine negative Entwicklung vorhergesagt. Am stärksten wird die Gruppe der 19- bis 24-jährigen (-30 Prozent) sowie die der Neugeborenen und Kleinkinder (0-2 Jahre) (-28,7 Prozent) schrumpfen. 

Weißenfels ist mit  einem Ausländeranteil von 12,8 Prozent (Stand 2018) und von 12,7 Prozent Personen mit Migrationshintergrund die Stadt mit dem drittgrößten Ausländeranteil in Sachsen-Anhalt. Die mit Abstand größte Migrantengruppe (39 Prozent) kommt aus Polen. Es folgen Rumänien, Ungarn und Bulgarien. Insgesamt sind 30 verschiedene Nationen vertreten. Mit Stand Frühjahr 2017 sind in Weißenfels zudem 1051 Flüchtlinge untergebracht.

Die Einwohner*innen ausländischer Herkunft verteilen sich zu großen Teilen auf die beiden innerstädtischen Bereiche Neustadt (27,3 Prozent) und Mitte (20,2 Prozent).

Der Anteil der Transferleistungsbezieher als auch die Kinderarmut sind seit 2015 leicht gesunken (Stand 2016).

Foto von Weißenfels mit Blick über die Dächer der Stadt
Weißenfels, Foto: Ricarda Pätzold

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Erhebliche Veränderungen im industriellen Bereich und der demografische Wandel kennzeichnen die jüngere Geschichte der Stadt. Mit dem Zusammenbruch der zu DDR-Zeiten bedeutsamen Schuhindustrie waren Anfang der 1990er-Jahre gravierende Arbeitsplatzverluste verbunden. Aktuell ist die wirtschaftliche Entwicklung durch eine verstärkte Ansiedlung von Betrieben der Lebensmittelindustrie geprägt. Zudem finden Unternehmer aufgrund der zentralen Lage mit wichtigen Verkehrsanbindungen und der Nähe zum Entwicklungszentrum Halle-Leipzig günstige Rahmenbedingungen vor. So sank auch die Zahl der Arbeitslosen, die im Oktober 2017 7030 Arbeitslosen entsprach, um 17,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent (Stand Oktober 2017).

Wohnen und Infrastruktur

Der Bestand an Wohnungen in Weißenfels beträgt 23.532 (Stand 2017). Die Leerstandsquote der Stadt liegt bei knapp 20 Prozent (Stand 2015). Der Leerstand stellt insbesondere ein Problem des Altbaubestandes in der Innenstadt dar. Der durchschnittliche Mietpreis für Wohnungen in Weißenfels an der Saale beträgt 5,10 Euro pro Quadratmeter (Stand Dezember 2018), und ist seit 2014 um 6 Prozent gestiegen.

Weißenfels ist mit zahlreichen infrastrukturellen Einrichtungen, wie Kindertageseinrichtungen, Grund-, Förder- und weiterführenden Schulen sowie der Asklepios Klinik, ausgestattet.

2. Kommunale Integrationspolitik

Integrationspolitische Strategien und Konzepte

Der Burgenlandkreis, dem Weißenfels angehört, hat seit Dezember 2017 ein Integrationskonzept. Das Integrationskonzept soll stetig weiterentwickelt und angepasst werden. Mit der ersten Auflage im Dezember 2017 wurde ein Überblick über die aktuelle Situation und die Angebote im Burgenlandkreis geschaffen. Im gleichen Zeitraum hat der Landkreis als neue Struktur eine Migrationsagentur aufgebaut, in der alle Angebote und Dienststellen für Zugewanderte gebündelt sind.

Weißenfels hat kein eigenes Integrationskonzept, doch im Rahmen der Aktualisierung des Stadtentwicklungskonzeptes soll Integration als eigenständiges Thema mitbehandelt und eine strategische Ausrichtung erarbeitet werden.

Foto einer Hausfassade, in jedem Fenster ein gemaltes Bild oder ein Foto.
Foto: Ricarda Pätzold

Projekte und Maßnahmen

Weißenfels hat am Forschungs-Praxis-Projekt „Vielfalt in den Zentren von Klein-und Mittelstädten“ des Deutschen Instituts für Urbanistik teilgenommen.

In dem größten Weißenfelser Stadtviertel Neustadt ist es bisher nicht gelungen, ein identitätsstiftendes Image zu schaffen. Um weitere Konflikte zwischen den Einwohner*innen zu vermeiden, fand 2017 ein Bürgerdialog statt, in dem Unterstützungsmöglichkeiten wie beispielsweise ein Stadtteilbüro oder politische Beteiligung der Neustädter diskutiert wurden. Im Ergebnis des Bürgerdialogs wurde im August 2018 ein Stadtteilbüro eröffnet.

Mit dem Stadtgebiet Weißenfels Mitte ist Weißenfels seit 2011 am Bund-Länder-Förderprogramm "Soziale Stadt" beteiligt.  Das BIWAQ-Projekt „Lebensmittelpunkt Weißenfels“ (Laufzeit 2015-2018) soll helfen die Innenstadt weiter als wirtschaftliches, kulturelles und touristisches Zentrum der Stadt Weißenfels zu etablieren.

Akteure und Netzwerke

Ein Großteil der Integrationsarbeit in Weißenfels wird seit Jahren von einzelnen Institutionen bzw. nichtstaatlichen Einrichtungen wie der Caritas, der DRK Weißenfels und INTEGRA gGmbH geleistet. Seit 2012 gibt es eine Integrationsbeauftragte in der Stadt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Gesamtbereich Gleichstellung und Integration mit 2,5 Stellen besetzt, wovon eine Mitarbeiterin mit Polnisch als Muttersprache beschäftigt ist. Das Beratungsangebot bezieht sich vor allem auf Bürger*innen aus den EU-Staaten. Für die Flüchtlings- und Integrationsarbeit ist der Bereich seit Dezember 2015 als Einsatzstelle des Bundesfreiwilligendienstes anerkannt. Sechs Freiwillige unterstützen seitdem die Flüchtlingsarbeit sowie die Arbeit mit Migrant*innen aus EU-Staaten.

Ehrenamtliche Akteure spielen eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von Hilfsangeboten für Zuwanderer und bei der Betreuung von Flüchtlingen.

Zudem wurde 2014 auf Initiative des Oberbürgermeisters in Kooperation mit dem Landkreis und der evangelischen Kirche ein Runder Tisch mit Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung ins Leben gerufen.

Ausgehend vom Runden Tisch haben Stadtverwaltung sowie die evangelische und die katholische Kirche in 2015 die Bürgerinitiative "Engagiertes Weißenfels" gegründet. Die Initiative bündelt die haupt- und ehrenamtlichen Aktivitäten im Bereich Integration. Mit dieser Initiative werden vor allem Geflüchtete unterstützt und betreut.

Als eines der ersten gemeinsamen Projekte von Stadtverwaltung und Bürgerinitiative wurden  eine Koordinierungsstelle und eine interkulturelle Begegnungsstätte eingerichtet. Vorrangige Aufgaben der Koordinierungsstelle sind die Bündelung bestehender und die Initiierung weiterer Projekte zur Integrationsförderung vor Ort, die eine breite Wirkung in die Stadt entfalten sollen. Ein Beispiel für integrationsfördernde Aktivitäten ist das gemeinsame Fastenbrechen, das erstmals 2017 in der Koordinierungsstelle stattfand.

Steckbrief
Bundesland
Sachsen-Anhalt
Landkreis
Burgenlandkreis
Internetadresse
Einwohnerzahl
41 500