Sie sind hier

Mühlacker

Die Kommune im Überblick

Wappen von MühlackerDie Große Kreisstadt Mühlacker liegt in der Region Nordschwarzwald, rund 12 km nordöstlich von Pforzheim. Mit rund 25.300 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Mühlacker die größte Stadt des Enzkreises und übernimmt die Funktion eines Mittelzentrums für einen Einzugsbereich von etwa 60.000 Menschen.

Mühlacker ist eine vergleichsweise junge Stadt, deren Entwicklung erst um 1850 in Folge des Baus eines Grenzbahnhofs zwischen Baden und Württemberg begann. Stadtrechte erhielt Mühlacker sogar erst 1930. Daher findet sich in der Stadt kaum historische Bausubstanz – eine historische Identität fehlt. Auch die stadträumliche Situation der sich über rund einen Kilometer erstreckenden Innenstadt – gepaart mit einer meist geringen Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums – erschwert die Identitätsbildung.

Die Innenstadt von Mühlacker ist vielmehr geprägt von wenig markanter Altbausubstanz. Diese stammt meist aus der Wiederaufbauzeit der frühen 1950er-Jahre und weist die charakteristischen baulichen Schwächen dieser Bauzeit auf. Die Bereitschaft, in den Bestand zu investieren, wird als gering eingeschätzt. Trotz Einsatz erheblicher Fördermittel(angebote) – begleitend zu einer städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme zwischen 2003 und 2011 – wurden Modernisierungsoptionen von Immobilieneigentümerinnen und -eigentümern bislang nur zögerlich wahrgenommen.

Foto: Mühlacker, Innenstadt, Obere Bahnhofstraße
Mühlacker, Innenstadt, Obere Bahnhofstraße

Die Gewerbestruktur Mühlackers ist geprägt durch Betriebe des produzierenden Gewerbes. Die Arbeitslosenquote von drei Prozent gehört zu den niedrigsten in Baden-Württemberg. Allerdings gibt es eine zunehmende Diskussion über die Perspektiven der zukünftigen gewerblichen Entwicklung Mühlackers, da keinerlei zusätzliche Gewerbeflächen mehr zur Verfügung stehen.

Vielfalt: Situation und Entwicklungstrends

Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer an der Gesamtwohnbevölkerung Mühlackers liegt aktuell bei rund 18 Prozent, der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund fällt mit ungefähr 30 Prozent jedoch deutlich höher aus. In der Innenstadt beträgt der Anteil der ausländischen Bewohnerinnen und Bewohner knapp 34 Prozent.

Unter den fast 10.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Mühlacker beträgt der Ausländeranteil 20,3 Prozent. Ungleich höher ist der Anteil durch die zahlreich einpendelnden Beschäftigten in den in Mühlacker ansässigen Unternehmen des produzierenden Gewerbes: Diese geben die Anteile ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund zwischen 50 und 70 Prozent an. Bewohnerinnen und Bewohner mit Migrationshintergrund spielen auch eine wichtige Rolle bei zahlreichen Existenzgründungen in unterschiedlichen Branchen.

Insgesamt sind 91 Nationalitäten in Mühlacker vertreten. Dabei stellt die türkischstämmige Bevölkerung mit über 2.500 Personen die mit Abstand größte Teilgruppe (34,0 Prozent). Weitere bedeutende Zuwanderungsgruppen kommen aus Italien (13,9 Prozent), Griechenland (12,7 Prozent) und Rumänien (6,8 Prozent).

Foto: Flüchtlinge in der Kerschensteiner Halle in Mühlacker
Flüchtlinge in der Kerschensteiner Halle in Mühlacker

Sowohl in einigen Stadtteilen als auch in Teilbereichen der Innenstadt ist eine zunehmende räumliche Segregation zwischen Menschen mit Migrationshintergrund einerseits und der deutschstämmigen Wohnbevölkerung andererseits zu beobachten. Die in einigen Räumen entstehende "Zweiteilung" birgt die Gefahr von sozialem Zündstoff. Hinzu kommt ein "Gefühl der Verunsicherung", das von einigen Bürgerinnen und Bürgern gegenüber der Stadtverwaltung artikuliert wird.

Aktuell leben in Mühlacker rund 357 Flüchtlinge und Asylsuchende – weitere 350 werden erwartet. Auch in diesem Zusammenhang sind zunehmend Unsicherheiten in Teilen der Bevölkerung wahrzunehmen.

Vielfalt: Strategien, Konzepte & Strukturen

Die Stadtverwaltung Mühlacker verfügt über eine eigene Integrationsbeauftragte. Zudem existiert in der Stadt ein zurzeit "ruhender" Integrationsbeirat, der mit geeigneten Strukturen zu neuem Leben erweckt werden soll. Hinzu kommen zahlreiche thematisch aktive Akteure außerhalb der Stadtverwaltung.

So versucht beispielsweise der Verein Miteinanderleben e.V. gezielt Arbeitsstellen für Migrantinnen und Migranten zu schaffen, und die Bezirksstelle der Diakonie nimmt sich verstärkt allgemeiner Fragen der Integration an.

Um das Thema "Asyl" bemühen sich bereits seit 30 Jahren zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner ehrenamtlich. Da das bürgerschaftliche Engagement in Mühlacker ausgeprägt ist, ließ sich in der aktuellen Flüchtlingssituation auf bereits gut etablierte ehrenamtliche Strukturen zurückgreifen.

Foto: Gartenschau Enzgärten Mühlacker 2015
Gartenschau Enzgärten Mühlacker 2015

Vielfalt: Maßnahmen und Projekte

Im Rahmen der baden-württembergischen Gartenschau 2015, die im Umfeld des Flussufers der Enz in Mühlacker stattfand, ist es der Stadt gelungen, innerstädtische Räume neu zu gestalten und um niederschwellige Begegnungsmöglichkeiten zu bereichern. Die neuen Orte der Begegnung werden von der Bevölkerung sehr gut angenommen und tragen dazu bei, über kulturelle Grenzen hinweg zu vermitteln ("emotionaler Anknüpfungspunkt"). Die mit der Gartenschau angestoßene "positive Welle" soll nun nach Möglichkeit in der Bevölkerung aufgegriffen und weitergeführt werden.

Darüber hinaus existiert in Mühlacker eine Vielzahl kleinerer und größerer Integrationsprojekte.

Steckbrief
Bundesland
Baden-Württemberg
Landkreis
Enzkreis
Name Ansprechpartner
Frau Leila Walliser
Funktion Ansprechpartner
Integrationsbeauftragte
Telefon Ansprechpartner
(07041) 876-378
E-Mail
Internetadresse
Einwohnerzahl
25 300