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Projekt Vielfalt

Von Juli 2015 bis Juni 2018 bearbeitete das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) das Forschungs-Praxis-Projekt "Vielfalt in den Zentren von Klein- und Mittelstädten – sozialräumliche Integration, städtische Identität und gesellschaftliche Teilhabe". Folgende, für die Stadtentwicklungs- und Integrationspolitik der Kommunen zentralen Fragen standen im Mittelpunkt der Projektbearbeitung: Wie verändert Vielfalt die Innenstädte? Wie lassen sich gesellschaftliche Teilhabe und sozialer Zusammenhalt in der Migrationsgesellschaft fördern? Welche Beiträge leisten integrierte Konzepte zur Stärkung der Innenstädte? Welche neuen Raumangebote sind erforderlich? Wie beeinflusst die zunehmende Vielfalt die städtische Identität?

Foto: Blick über die Dächer von Goslar
Goslar (Foto: Wolf-Christian Strauss)

In das Projekt waren bundesweit neun Kommunen (Germersheim, Goslar, Ilmenau, Michelstadt, Mühlacker, Saarlouis, Steinfurt, Weißenfels und Zittau) eingebunden. Sie ließen sich auf das Abenteuer eines Forschungs-Praxis-Projekts an der Schnittstelle von Integration und Stadtentwicklung ein. Der Ausgang war offen, ging es doch gerade nicht darum, ein Modellprogramm mit festgelegten Bausteinen umzusetzen, sondern die eigenen Aktivitäten quasi in einem bundesweit sichtbaren "Schaufenster" auszustellen. Dabei galt es, der Herausforderung standzuhalten, dass die intensive Befassung mit Alltagsfragen von Migration durch die Zuwanderung Geflüchteter eine gänzlich andere Dynamik erfuhr.

Einen fundierten Überblick der Projektergebnisse bietet der als Edition Difu im Herbst 2018 erschienene Sammelband "Vielfalt gestalten. Integration und Stadtentwicklung in Klein- und Mittelstädten". Die Publikation nähert sich dem Untersuchungsgegenstand in wissenschaftlichen Beiträgen, Essays und persönlichen Positionierungen. Sie berücksichtigt theoretisch-konzeptionelle Überlegungen zu Integration und  Stadtentwicklung ebenso wie Fragen der alltäglichen Praxis kommunaler Stadtentwicklungspolitik und Integrationsarbeit.

Darüber hinaus wurde das Positionspapier "Integration in Bewegung bringen – Die Handlungsfähigkeit von Klein- und Mittelstädten stärken" veröffentlicht. Mit ausgewählten und zugespitzten Schlaglichtern auf das Thema Integration in Klein- und Mittelstädten lädt das Projektteam die Fachöffentlichkeit zur Diskussion ein. Das Papier zeigt einerseits gute Voraussetzungen, Potenziale und Hemmnisse auf, andererseits werden Perspektiven für den künftigen Umgang mit dem Thema entwickelt und dafür erforderliche Weichenstellungen identifiziert.

Das Forschungs-Praxis-Projekt wurde aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der EU, über Projektfördermittel des BAMF und das Förderprogramm "WIR – Wegweisende Integrationsansätze Realisieren" des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Kooperationspartner waren das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), das Hessische Ministerium für Soziales und Integration, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Publikationen